Saleh Al Abbadie - Vom Ziegenhirten und Hauswart zum HSG-Absolventen

woensdag 8 april 2026 12:00-14:00, Restaurant Freihof, Flawilerstrasse 46, 9200 Gossau
Sprekers:



Organisatoren:
  • Daniel Knus

Vom Ziegenhirten und Hauswart zum HSG-Absolventen: Eine Erfolgsgeschichte der Schweizer Integration

Ein Weg, der Mut, Fleiss und Glauben an die Kraft der Bildung verlangt

Vor 20 Jahren kam er aus den Bergen des Südjemens in die Schweiz – ohne Wort Schweizerdeutsch, Deutsch oder Französisch, ohne Netzwerk, ohne Sicherheit. Heute ist er Absolvent der renommierten Universität St.Gallen (HSG) mit einem Bachelor in Betriebswirtschaftslehre. Seine Geschichte ist kein Märchen – sie ist Realität. Und sie zeigt, was möglich ist, wenn eine Gesellschaft Integration nicht nur fordert, sondern aktiv fördert.

Von den jemenitischen Bergen in die Vorlesungssäle der HSG

Zwischen seinem 6. und 13. Lebensjahr war er Ziegenhirte – verantwortlich für über 200 Tiere. Morgens sass er in einem überfüllten Klassenzimmer und lernte Arabisch schreiben und lesen. Nachmittags erledigte er seine Hausaufgaben im Freien, begleitet vom Gesang der Vögel. «Diese Jahre lehrten mich früh Verantwortung, Respekt vor harter Arbeit und den Wert von Bildung – Werte, die mich bis heute prägen.“

Neuanfang in der Schweiz: Chancen statt Hindernisse

Der Anfang in der Schweiz war schwer. Doch er fand hier etwas, das in vielen Ländern unvorstellbar ist: Strukturen, die Integration nicht nur fordert, sondern fördert. Er absolvierte eine Lehre als Fachmann Betriebsunterhalt – 13 Jahre lang reinigte er Schulen, wartete technische Anlagen, pflegte Räume. „Diese Arbeit finanzierte meinen Lebensunterhalt – und gab mir die Kraft, die Erwachsenenmatur an der KME nachzuholen.“ Ein Weg, der lehrt: Bildung ist kein Privileg – sondern ein Recht, das man sich erkämpfen kann.

Vor vier Jahren zog es ihn an die Universität St. Gallen. Mit zwei Teilzeitjobs über die Runden kommend, tauchte er ein in ein Studium, das seine Perspektive auf die Welt veränderte – von Strategischem Management bis hin zu Soziologie und Geschichte. „Die Schweiz – mit ihrer offenen Bildungslandschaft, ihrem Respekt vor individuellem Einsatz und ihrer Bereitschaft, Menschen aus allen Hintergründen zu fördern – hat mir die Tür geöffnet. Nicht aus Mitleid, sondern aus Überzeugung: dass jeder, der bereit ist, zu lernen und zu arbeiten, eine Chance verdient.“

Dankbarkeit und eine klare Botschaft

„Ich bin zutiefst dankbar für diese Schweiz – für ihre Strukturen, ihre Offenheit, ihre Toleranz. Sie hat mir nicht nur eine Heimat gegeben, sondern auch die Möglichkeit, mich zu entfalten.“

Seine Geschichte ist kein Einzelfall. Sie ist ein Beweis dafür, dass Diversität nicht nur bereichert, sondern auch stärkt. Dass Integration gelingt, wenn man Menschen Raum gibt, ihre Potenziale zu entfalten – unabhängig von Herkunft, Sprache oder sozialem Hintergrund.

 


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